Gothic Musik

Als hartgesottener Individualist, der sich der Schwarzen Szene zurechnet, dürfte der Begriff der Gothic Musik nur schwer zu ertragen sein, versteht er sich doch vielmehr als Teil einer Subkultur, in der er sich mithilfe des Gothic Rock rund um mysteriös attraktive Themen wie Tod, Vergänglichkeit und die schwarze Seele selbst definieren und inszenieren kann. Musik bildet einen Teil dieses Selbstverständnisses, Gothic lässt sich jedoch nicht darauf reduzieren. Als die Goths - so die heute gängige Fremdbezeichnung - sich seit den 80er Jahren aus Szenen wie Punk und New Wave zur Dark Wave vereinten, war die Vermarktung dessen, was die Musikindustrie heute als Gothic Musik labelt, wohl schon zu erahnen, aber immer noch in weiter Ferne. Selbst im Gothic-Musikmagazin "Orkus" der Zoomia Medien Gruppe stehen im Jahr 2010 bereits populäre Bands wie Depeche Mode und HIM auf der Agenda. Mainstream und Gothic sind also längst keine Gegensätze mehr, zum Gothic Rock haben sich unter dem Vermarktungsetikett Gothic längst Metal, Mittelalterrock und Pop Rock gesellt. Die Gothic-Subkulur musste ihre Absorption in den Mainstream und damit ihren ungeliebten Aufstieg zur Gothic-Kultur erfahren, genauso wie sich das Genre der Gothic Musik durch diese Mainstreamisierung herausgebildet hat. Dennoch: Der Eingang in den Mainstream macht die für die einstige Kleinst-Szene der Goths so wichtige Musik einem größeren Publikum zugänglich und kann so - zumindest für den ein oder anderen - auf diese Weise die Ideen und Ideale der damaligen Subkultur am Leben erhalten.

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